See you Neuseeland

Nun geht unsere Reise zu Ende… Auch wenn wir uns auf zu Hause freuen, sind wir doch ein bisschen traurig, den neusseländischen Frühling hinter uns lassen zu müssen und in die Knechtschaft des Alltages zurück zu kehren. Aber wenigstens kann man bei uns in der Vorweihnachtszeit auf etwas Schnee hoffen. In kurzen Hosen unterm Tannenbaum zu hocken, kommt uns doch etwas seltsam vor. 

Die letzten zwei Tage unseres Urlaubs verbrachten wir in Auckland, wobei wir bereits nach einem Tag Großstadt die Nase voll hatten, was nicht zuletzt an den Parkgebüren von umgerechnet 5 Euro pro halbe Stunde lag, sodass wir doch nochmal einen Abstecher an die raue Westküste bei schönstem Sonnenschein und blauem Himmel unternahmen.

Zur großen Freude der Dame gab es hier in Muriwai eine kleine Basstölpelkolonie zu besuchen (der ursprünglich geplante Ausflug zu einer anderen Kolonie an der Ostküstenahe Napier war wegen des Erdbebens ja ausgefallen :-/). Einige waren noch mit dem Nestbau, andere gerade mit dem Brüten beschäftigt. Es herrschte geschäftiges Treiben und lautes Geschnatter. 

Nachdem wir unsere Bäuche mit japanischer Nudelsuppe und Veggie-Tempura gefüllt und die Koffer gepackt haben, gehen wir nun vorerst zum letzten Mal in Neuseeland ins Bett. Aber, wir werden irgendwann zurück kommen, denn es gibt noch so viele schöne Orte und Dinge zu entdecken!

Nervenkitzel, atemberaubende Aussicht und Leiterworkout

Heute verbrachten wir noch einen entspannten Tag in Waitomo. Nach dem Ausschlafen und einem kurzen Frühstück in unserem Schlummerobelisken haben wir uns auf den Weg zu unserer „Lost World“ Tour gemacht. 

Nachdem wir in einem Kleinbus mit wenigen anderen Teilnehmern eine gute Viertelstunde durch das Auenland zuckelten, erreichten wir unser heutiges Tagesziel, ein gigantisches Höhlensystem mit einem unterirdischen Fluss. In Blaumann, Gummistiefeln, Harnisch und Grubenhelm erhielten wir Instruktionen der „Waitomo Adventure Crew“ , zwei ausgesprochen nette junge Damen, die auch unsere heutige Begleitung waren und auf gings durch die saftig grünen Wiesen, Stock und Stein zum Eingang der gigantischen Sandsteinhöhle. Die Sonne schien von einem blauen Himmel auf uns herab und ermöglichte uns einen Blick in die Tiefe. Mit Tiefe meine ich TIEFE. Hundert Meter unter uns lag eine begrünte Schlucht mit einem schmalen Flüsschen, in welches wir uns nun eigenhändig abseilen sollten… Frei am Seil hängend und unserem Harnisch sitzend arbeiteten wir uns Meter für Meter langsam aber stetig zum Höhlenboden hinab. Überrraschend anstregend war´s, aber geil!!! Unten angekommen genossen wir den Blick auf die herabfallenden Sonnenstrahlen,  die Pflanzenwelt und das rauschende Wasser des Flusses, bevor wir uns in das Höhlensystem begaben um von Stein zu Stein zu hopsten, Glühwürmchen zu finden (die eigentlich Maden sind, bäh) und dann vor einer 30 Meter hohen, lotrechten Eisenleiter in völliger Dunkelheit mit Fragezeichen überm Kopf zum Stehen zu kommen. Da hoch sollen wir? Okay, was soll´s… Auf geht´s! Die ein oder andere Leiter folgte, bis wir nach vier Stunden nass und schmutzig zurück ans Tageslicht gelangten. Atemberaubend!  Aktuelle Bilder gibt´s später, da wir leider unsere eigene Kamera nicht mitnehmen durften… Hier ein paar gemopste Eindrücke:

Twinkle, twinkle, little star…

Heute mussten wir uns schon sehr früh auf den Weg machen, um rechtzeitig in Waitomo zu unser „Spellbound Glowworm Tour“ zu kommen. Aber die Augenringe haben sich gelohnt: zwei nätürliche Höhlensysteme  haben wir mit dem ortskundigen Norm besucht. In einer von ihnen haben wir hunderte von glitzernden kleinen Punkten – einem Sternenhimmel gleich – an den Höhlendecken sehen können, während wir in völliger Ruhe und Dunkelheit in einem kleinen Schlauchboot auf einem unterirdischen Fluss vor uns hinschipperten. Im Hintergrund war nur das Rauschen eines Wasserfalles  zu hören. Unbeschreiblich schön. 

Danach liefen wir noch den Ruakuri Bush Walk, eine der schönsten Kurzwanderungen auf der Nordinsel. Ein kleiner Rundweg durch dichten Dschungel, mit kleinen Höhlen entlang des plätschernden Flusses an dessen Anfang die Ruakuri – Höhle liegt. Ihr Name führt auf wilde Hunde (kuri) zurück, die in dieser Höhle (Rua) lebten.

Das nächste Ziel unsers vollgepackten Planes war die Mangapohue Natural Bridge. Eine natürliche Brücke die durch ihre Größe, Abgeschiedenheit und Schönheit zu beeindrucken wusste.

Entlang der, auch für neuseeländische Verhältnisse, sehr kurvigen Straße zu den langersehnten Marokopa-Falls, wurden wir für die fahrtechnische Strapaze mit einem Regenbogen belohnt.

Ein Spot im Regengrau ….

Bei einem leckeren Frühstück mit selbstgebackenem Brot bekamen wir von unserem Host Brad den super Tipp bei diesem komisch regnerischen Wetter den gegenüberliegenden, östlichen Teil des Mt. Taraniki zu besuchen. Dieser soll wohl im Regengrau eine sonnige Oase bilden und so war es auch, wie das folgende Bild des Goblin-Forest auf dem Kamahi-Loop Track beweist:

Auch der 18m hohe Dawson-Wasserfall fällt in sonniger Freude auf die Dame.

Auch die Wikies Pools, eine Ansammlung von durch Gletscherwasser ausgespülten Becken eines ehemaligen Lavabetts, waren glitzernd zu bewundern.

Nach einer regennassen Weiterfahrt und der vergeblichen Suche nach einem weiteren Sonnenfleck landeten wir wieder in New Plymoth und verbrachten den Abend im Kino mit „Fantastic beasts and where to find them“. Fazit: trotz des allgemeinen Regenwetters ein großartiger Tag !

Westwards…

Heute haben wir uns vom Central Plateau gen Westen aufgemacht. Über den „Forgotten World Highway“ sind wir über eine teilasphalierte Straße mit unserem Quietschie losgetuckelt. In 3 1/2 Stunden haben wir 150km zurückgelegt, dabei allerhöchstens 50 Häuser aber mindestens 20mal soviele Schafe und Rinder passiert. Weder Tankstelle noch Supermarkt geschweige denn eine geschlossene Ortschaft lag am Wegesrand. Dafür aber eine wunderbar grüne Landschaft mit einer imposanten Felsenschlucht und der sogenannte „Moki Tunnel“, liebevoll auch „Hobbit Hole“ genannt – ein einspuriger Tunnel mit tiefen Schlaglöchern…

Am Nachmittag erreichten wir New Plymouth. Im Zuge einer Umrundung des Lake Mangamahoe haben wir den schneebedeckten Mount Egmont oder Taranaki, wie ihn die Maori nennen, bestaunt. In der Maorimythologie flüchtete Taranaki, nachdem er sich an Ruapehus (ebenfalls ein Berg) schöne Frau rangemacht hatte und dabei erwischt wurde, vor dem Zorn Ruapehus vom Central Plateau nach Westen und darf nicht zurückkehren, weshalb er hier allein vor sich hinraucht… Oder so ähnlich. Auch um den Taranaki gibt es einen Nationalpark mit zahlreichen kurzen und langen Wanderwegen, die wir uns morgen näher ansehen werden. Leider war die Spitze wolkenverhangen, wie es oft der Fall ist; dennoch konnte man seine imposanten Ausmaße erahnen. 


Nachdem wir unsere Habseeligkeiten im Bed&Breakfast abgeworfen haben, haben wir bei blauem Himmel noch einen kurzen Spaziergang an der Promenade gemacht, die Te Rewa Rewa Bridge – angelehnt an die Form eines Walfischskeletts – und den Windwand (eine flexible Installation, welche sich im Wind hin und her biegt) besucht. Am Ende des Regenbogens fanden wir eine Brewery mit lokalen Bieren, Cidern und einer übersichtlichen Tapasauswahl, in die wir eingekehrten, um den Abend ausklingen zu lassen. Cheers!

Es bleibt nass…

Auch die von der Dame so sehnlich erwartete und für heute vorgesehene Tongariro Alpine Crossing – wohl eine der schönsten Tageswanderungen in Neuseeland -, muß aufgrund des ungeeigneten Wetters bedauerlicherweise ausfallen :-(. Aber entsprechend der lokalen Wettervorhersage ist auch heute mit teils heftigen Regenfällen und Hagel sowie einer Ausdehnung der Schneefallgrenze auf nur 1100 Höhenmeter zu rechnen, sodass die geplante Tageswanderung auf mehr als 1900 Metern Höhe und einem Profil von mehr als 800 Metern on Top nicht möglich ist. Wir versuchten das Beste daraus zu machen und haben heute den Volcanic Loop Highway mit jedoch nur geringer Sichtverbesserung auf die Vulkankette im Vergleich zum Vortag vollendet. Längere Wanderungen waren aufgrund gelegentlich heftiger Regenfälle nicht möglich, sodass wir hier und da aus unserem Quietschie ausgestiegen sind, wo es uns gefallen hat. Zur Einstimmung haben wir in der Bar „Schnapps“ erstmal einen heißen Tee getrunken :-P. Die hatten einen ziemlich imposanten Kiwi aus Holz vor der Einfahrt stehen. 


   

Ab morgen soll das Wetter wieder etwas besser werden. Wir hoffen darauf! Es steht eine Fahrt nach Osten entlang des „Forgotten World Highway“ Richtung Mount Egmont an und wir würden uns gern wieder ein bisschen bewegen, sind schon ganz rostig.

Es nützt alles nichts, aber für die „Leftovers“ werden wir wohl nochmal wiederkommen müssen!

Wet, wet, wet

Der heutige Plan, den Volcanic Loop Highway auf dem Central Plateau abzufahren, fiel buchstäblich ins Wasser… Am frühen Morgen waren wir bei einem zunächst noch blauen, wenn auch etwas wolkenverhangenen Himmel noch recht optimistisch was unsere geplante Tagestour anbelangte. 

Doch je höher wir mit jedem Kilometer in den Tongariro National Park fuhren, desto grauer und nasser wurde es. Bereits zum Zeitpunkt unseres Besuches im Infocenter hatte es wiederholt teils heftige Schauer gegeben. Nicht einmal auf der Hälfte der Strecke umgab uns dichter Nebel bei einer Aussentempertur von 5°C und starkem Wind. 

Bei solchen Aussichten entschieden wir uns umzukehren. Zudem war der Herr, möglicherweise als Folge des gestrigen Abendessens, etwas unpässlich… Den Rest des Nachmittages verbrachten wir daher schlafend bzw. lesend in unserer Unterkunft. Am Abend konnte ein Kinobesuch von „Doctor Strange“ die Stimmung wieder etwas verbessern. Cheers!

Nein, nicht schuppseeeeeeeen !

Zuerst ein bißchen Geschichte: Der Neuseeländer A. J. Hackett testete mit dem Sprung von der Greenhithe Bridge 1986 erstmalig die eigens dafür entwickelten Seile… und überlebte. Also wurde es heute für uns Zeit dieser langen Tradition des Bungy zu huldigen und wir begaben uns 47m über den Taupo – River um runter zu hoppsen. Hier mal ein paar Bilder vom Adrenalinstoß. Die Dame beim Sprung und der Herr beim Eintauchen…

Danach regnete es in Strömen, sodass wir eine entspannte Indooraktivität anschlossen. Nach einer anderthalbstündigen Fahrt erreichten wir das Otorohanga Kiwinachthaus, in dem wir flauschige, braune und gepunktete Federbällchen beobachten konnten und außerdem zahlreichen Informationen zu Anatomie, Lebens- und Futtergewohnheiten sowie Lebensräumen der Vögelchen erhielten. Das war toll! Leider gibt es hiervon keine Photos, da die Tierchen nachtaktiv sind und das Habitat im künstlichen „Mondlicht“ fingiert wird.

Rüttel-Schüttel and so on…

Die vergangene Nacht war ziemlich aufregend für uns. Gegen 2 Uhr erhielten wir einen Anruf aus Europa, dass es schwere Erdbeben auf der Südinsel Neuseelands als auch in Wellington gab. An dieser Stelle nochmal „Vielen Dank“. Auch wenn wir uns einige Hundert Kilometer entfernt vom Epizentrum an der Ostküste in Napier befanden, waren die Auswirkungen bis dahin spürbar!  Radio an: fortgesetzte Berichterstattungen waren zu hören und die Empfehlung sich wegen der Gefahr von Tsunamis auch in der Hawke´s Bay zügig in höhergelegene Gebiete oder ins Inland zu begeben. 

Dumm nur, dass unser Auto nicht vor der Tür, sondern tausendfünfhundert Meter weiter -am Fuß eines steilen Berges- im Ortszentrum stand, da wir uns nach einem exquisiten, von C2H5OH begleitendem Mahl am Vorabend, dazu entschieden hatten, den Heimweg zu Fuß anzutreten. *Panik*. Während die Dame die Habseeligkeiten zusammensuchte, sprang der Herr in seine Laufklamotten, um das Quietschie abzuholen. Da nachts bekannlich alle Katzen grau sind und eine gewisse Aufregung bestand, nicht ohne sich zu verlaufen. *Argh*. Nach einer gefühlten Unendlichkeit konnten wir uns auf den Weg ins Inland machen. Einzig sinnvolles Ziel: Taupo, am Ende einer 130km langen, kurvigen Straße ohne nennenswerte Ortschaften oder Tankstelle am Wegesrand! Der Fakt, dass uns freiwillige Helfer am Straßenrand nachts halb vier *Thumbs up* for Leaving  gaben und viele Camper dieselbe Richtung eingeschlugen, bestätigte uns in unserer Entscheidung. Schnell weg! 

Gegen frühen Morgen erreichten wir Taupo. Nach dem Ausbleiben weiterer Hiobsbotschaften bis auf einige, viele, sehr viele, „kleinere“ Aftershocks, dem Aufgang der Sonne und einem Kaffee, sahen wir dem neuen Tag weniger ängstlich entgegen. Aufgrund der Nachbeben beschlossen wir, nicht an die Küste zurückzukehren: Planänderung. Reorientierung. Zurück zum Business mit einem flauen Gefühl in der Magengegend. 

Hier mal ein kleiner Bericht über die Ereignisse, die sich beim Ausschlag von max. 7,5 auf der Richterskala ereigneten: https://m.youtube.com/watch?v=W3fKocvUB6o. 

Um die Stimmung zu heben und uns abzulenken, besuchten wir die „Craters of the Moon“ und die „Huka Falls“.

Für die nächsten Tage ist anhaltender Regen zu erwarten, soviel zum Frühsommer.